Ausgabe vom Sonntag, 04. Dezember 2016

72-Millionen-Deal: Novartis sucht Vasellas Verräter – Strafanzeige in Vorbereitung

BASEL. Der Verrat des Geheimkontos von Novartis, über das Ex-Präsident Daniel Vasella während sechs Jahren bis zu 72 Millionen Franken ausbezahlt werden sollten, ruft die Juristen auf den Plan. Gemäss Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» bereitet der Pharmakonzern eine Strafanzeige gegen Unbekannt oder die Bankchefs vor. «Novartis prüft die rechtlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit der bekannt gewordenen Indiskretion», bestätigt Sprecher Satoshi Sugimoto. Damit will Novartis herausfinden, wer dem Finanzportal «Inside Paradeplatz» die Existenz des 2010 eröffneten Kontos bei der St. Galler Privatbank Wegelin (heute Notenstein) bekannt gegeben hat. Der Täter muss mit einem Strafverfahren wegen Verletzung des Bankgeheimnisses rechnen. Novartis-Chefjurist Felix Ehrat ist zurzeit daran, die Erfolgschancen auszuloten. «Novartis wird zu gegebener Zeit in Abwägung aller relevanten Gesichtspunkte, insbesondere auch der Erfolgsaussichten, entscheiden», sagt Sugimoto dem „Sonntag“. «Wenn wir gesicherte Informationen oder eine Anzeige haben, werden wir tätig», sagt der oberste Staatsanwalt des Kantons St. Gallen, Thomas Hansjakob.



Grounding II: Regisseur Michael Steiner plant Banken-Film

Baden. Nach dem Wirbel über seinen Kurzfilm gegen die Abzocker-Initiative kündigt Regisseur Michael Steiner im „Sonntag“ ein neues Filmprojekt an. An einem «richtigen Film» arbeite er jetzt, wie er sagt. «Ähnlich wie bei ‹Grounding – die letzten Tage der Swissair› möchte ich das Grounding der Schweizer Banken aufarbeiten», sagt Steiner. Das sei alles noch viel schlimmer als bei der Swissair. Steiner ist seit Herbst daran, intensiv zu recherchieren. Gespräche mit Private Bankern in Zürich und Genf bestärken ihn in seinem Projekt: «Es ist unglaublich, was Schweizer Banken mit ihren Mitarbeitern gemacht haben», erzählt er. «Sie haben sie einfach verraten, an die USA ausgeliefert.» Auch die Rolle der Finanzmarktaufsicht (Finma) wird kritisch beleuchtet. Vor allem in dem Moment, wo grünes Licht für die überstürzte Übermittlung von Daten an die US-Behörden gegeben wurde. Michael Steiner recherchiert unter anderem im Umfeld von UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld. Der Banker sagte in den USA gegen seinen früheren Arbeitgeber aus. Das ermöglichte ein ausgedehntes Verfahren gegen die UBS in den Vereinigten Staaten. Für seine Kooperation erhielt Birkenfeld von der US-Steuerbehörde 104 Millionen Dollar. In den Gesprächen mit Bankern hat Steiner herausgefunden, «dass Oswald Grübel der einzige UBS-Chef war, dem sie vertraut haben». Auch Abenteuerliches bekam er zu hören, wie der dem „Sonntag“ sagt: «In Genf behauptete einer, er habe das Konto von Osama Bin Laden gesehen.» Steiner spürt bei den Bankern grosse Angst: «Das Schlimmste steht ihnen noch bevor.» Darum sei der Filmstoff auch so aktuell. «Der Zug ist gerade am Abfahren», sagt der Regisseur. «In zehn oder zwanzig Jahren wird man sehen, was das Ende des Bankgeheimnisses für Folgen hat.»



Fall Vasella: Oswald Grübel kritisiert Novartis-Verwaltungsrat

Baden. Es sei „nicht gut“, dass der Novartis-VR einen bereits gefassten Beschluss auf Druck der Medien rückgängig gemacht habe. Das schreibt Oswald Grübel in seiner „Sonntag“-Kolumne. „Entweder war der VR-Entscheid von Anfang an falsch, oder das Unternehmen hat eine schwache Führung und lässt sich zu leicht von aussen beeinflussen.“ Konkurrenzverbote seien im internationalen Markt üblich, weniger bei uns. Hauptsächlich in den USA, wo ein härteres Konkurrenzklima herrsche, kämen sie oft zur Anwendung. Grübel schreibt im „Sonntag“: Ob dieses Konkurrenzverbot, mit dem wir uns den besten Teil der Woche genüsslich beschäftigt haben, sinnvoll gewesen wäre, kann nur das Unternehmen selbst, eben der VR, beurteilen. Anscheinend war es das nicht, sonst hätte man es nicht so einfach wieder aufgegeben. Schade, denn jetzt wurde der Vox populi wohl Gerechtigkeit getan, aber der Staat ist der Verlierer: keine Einkommenssteuer und keine AHV. Ein stolzer Preis für unsere Belustigung. Zudem wurde der VR des Unternehmens mit 95 Prozent der Aktionärsstimmen entlastet, das sollte unseren Politikern zu denken geben, die sich da gewaltig getäuscht haben. Demokratie ist eben nicht nur, wenn es uns passt.“



Novartis: Noch höhere Löhne für Geschäftsleitung

BASEL. Der Pharmakonzern Novartis will die Löhne für seine Topmanager weiter nach oben schrauben. Das von den Aktionären abgesegnete Vergütungssystem führt nach Berechnungen der Zeitung «Der Sonntag» dazu, dass die Gesamtvergütung der Konzernleitung von 62,4 Millionen Franken im vergangenen Jahr auf bis zu 98,2 Millionen im Jahr 2014 steigt. Konzernchef Joe Jimenez, der im vergangenen Jahr 13,2 Millionen Franken erhielt, kann bei Übertreffen der Unternehmensziele einen Jahreslohn von bis zu 19 Millionen Franken einstreichen. Auch die übrigen Konzernleitungsmitglieder profitieren und erhalten zum Teil Löhne, die deutlich über jenen von Konzernchefs grosser Unternehmen liegen. Für Pharmachef David Epstein gibt es beispielsweise bis zu 10,9 Millionen US-Dollar, für Alcon-Chef Kevin Buehler bis zu 10,5 Millionen Dollar. Selbst Chefjurist Felix Ehrat kommt auf bis zu 7 Millionen Franken, Personalchef Jürgen Brokatzky auf bis zu 6,6 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat begründet die höheren Löhne damit, er müsse die besten Leute für die Konzernspitze rekrutieren können. Novartis liege mit ihren Löhnen nur im Mittelfeld, sagte Interimspräsident Ulrich Lehner an der Generalversammlung vom Freitag. Nun sollen sie laut Novartis «dem oberen Quartil von Vergleichsunternehmen entsprechen».



Zürich: Luxushotel-Kette Kempinski vor Übernahme des „Atlantis“

Seit Jahren versuchen Luxushotelgruppen wie Kempinski, Four Seasons, Mandarin Oriental oder Ritz-Carlton in der Stadt Zürich Fuss zu fassen. Vergeblich. Die Konstellation könnte sich nun ändern, wie Recherchen der Zeitung „Der Sonntag“ zeigen: Kempinski, einer der ganz grossen Player in der Welthotellerie, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das geplante Luxushotel Atlantis am Fuss des Üetlibergs betreiben. Am Kempinski-Hauptsitz in Genf heisst es zwar, die Verträge seien noch nicht unterschrieben. Doch gemäss zuverlässigen Quellen ist das bloss noch Formsache. Damit zeichnet sich für das «Atlantis» das Ende einer langen Leidenszeit ab, die schon kurz nach der glanzvollen Eröffnung Ende der 60er-Jahre begann. Die Aktionäre zerstritten sich, es kam zu unschönen Szenen, das Luxushotel vergammelte und wurde vor knapp zehn Jahren geschlossen. Die Stadt nutzte es vorübergehend als Unterkunft für Asylsuchende, dann lebten Hausbesetzer darin, zuletzt diente es als Studentenwohnheim. Hoffnungen keimten erstmals auf, als die stillgelegte Hotelruine vor gut einem Jahr an die neue Hotel Atlantis AG verkauft wurde. Dahinter stehen private katarische Investoren, die mit dem Staatsfonds von Katar, der auf dem Bürgenstock für 485 Millionen Franken ein Resort baut, nichts zu tun haben. Gegen 70 Millionen Franken wollen die neuen Besitzer ins «Atlantis» investieren. Die Baugenehmigungen dürften demnächst vorliegen, und schon 2014 soll das «Atlantis» als Fünfsternhotel im Glanz der frühen 70er-Jahre wiederauferstehen. Für die Investoren käme es einem Befreiungsschlag gleich, wenn Kempinski die Führung übernähme. Denn für Branchenexperten ist klar: Ohne die Managementqualitäten, das Reservationssystem und den grossen Namen einer renommierten Kette im Rücken kann ein neues Luxushotel in Zürich niemals erfolgreich betrieben werden. Präsident und CEO von Kempinski ist seit bald 20 Jahren der Schweizer Reto Wittwer, eine der schillerndsten Figuren der Welthotellerie.



Grosser Coup: Swiss kehrt Airbus wohl den Rücken und setzt auf Boeing

ZÜRICH. Bei der Fluggesellschaft Swiss könnte es nächstens zu einer Revolution kommen, wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet. Offenbar steht die Lufthansa kurz davor, sechs Langstreckenjets vom Typ Boeing 777-300ER für ihre Tochter Swiss bestellen. Dies schreibe das Branchenmagazin „Aviation Weekly“, das sich auf Insider-Informationen beruft. Der Entscheid wäre ein grosser Coup für den amerikanischen Flugzeughersteller Boeing. Denn bisher fliegt die Swiss ihre Langstreckendestinationen mit den Maschinen des Boeing-Konkurrenten Airbus an. Schon im November berichtete «Der Sonntag», dass die sogenannte «Triple Seven» ganz oben auf der Wunschliste von Swiss-Chef Harry Hohmeister steht, als Ersatz für die in die Jahre gekommenen 15 Airbus 340-Maschinen. Damals sagte Hohmeister: «Die Frage nach dem A340-Ersatz werden wir sicher in den nächsten zwölf oder gar sechs Monaten beantworten müssen.» Noch möchte sich die Swiss nicht in die Karten blicken lassen. «Die Optionen sind bekannt. Ein Entscheid für ein Modell ist aber noch nicht gefallen», sagt eine Sprecherin im „Sonntag“. Die Verhandlungen seien noch am Laufen. Die Boeing 777 gilt als eines der modernsten und gefragtesten Modelle. Laut Listenpreis kostet sie 315 Millionen Dollar. Sollte sich die Swiss tatsächlich für Boeing entscheiden, würden auch wieder Gelüste von Schweizer Flugfans geweckt, die sich eine Rückkehr des Jumbos 747 herbeisehnen, der wie die «Triple Seven» aus dem Hause Boeing stammt. Die Swissair landete im Januar 2000 zum letzten Mal mit dem Jumbo in Kloten.



Waffenimporte: Die Schweizer rüsten auf

BERN. Die Schweiz hat letztes Jahr Waffen im Wert von 152 Millionen Franken gekauft. 89 Millionen davon für den Privatgebrauch. 63 Millionen als Kriegswaffen. Das ist ein Plus von 8.6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet. So wurden unter anderem für über 14 Millionen Franken Revolver, Pistolen, Jagd- und Sportgewehre eingeführt. Patronen, Geschosse und Teile dazu schlagen mit 18 Millionen Franken zu Buche. Problematisch sind zum Teil die Länder aus denen die Waffen stammen. Auf der Liste der Oberzolldirektion finden sich unter anderem Staaten wie Aserbaidschan, Bahrain und die Vereinigte Arabische Emirate (Patronenimporte). Oder China, Indien und die Republik Moldau (Zubehör für Revolver und andere Pistolen). Bei den Jagd- und Sportgewehren sowie Teile und Zubehör für Waffen findet man Pakistan, Russland, Serbien, Jordanien und die Republik Moldau. Auch wenn diese Länder zum Teil nur kleine Mengen an Waffen in die Schweiz liefern, ist deren Herkunft politisch pikant. Intransparenz besteht bei den Importen von Kriegswaffen, die unter «vertrauliche Aktionen» 63 Millionen Franken der gesamten Waffeneinkäufe ausmachen. Dies ist ein Plus von 16.6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aufgelistet werden zwar die Länder, nicht aber was für Kriegsgeräte diese liefern. Begründet werden die getarnten Einfuhren damit, dass eine Veröffentlichung die innere Sicherheit der Schweiz gefährden könnte.



Tierquälerei in Pferdefarmen: Bundesamt-Direktor Wyss klärt Vorwürfe ab

Erst der Deklarations- und jetzt der Tierquälerei-Skandal: Bilder, die der Tierschutzbund Zürich diese Woche unter anderem via «Kassensturz» veröffentlichte, zeigen, wie Pferde in Argentinien, Mexiko, Kanada und den USA gequält werden. Es handelt sich auch um Tiere, deren Fleisch auf Schweizer Tellern landet. Jetzt äussert sich erstmals Hans Wyss, Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET). Im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“ sagt er. «Die Bilder zeugen von katastrophalen Zuständen», sagt er. Sein Amt wolle nicht einfach zuschauen: «Die Schweiz hat eine moralische Verpflichtung! Wir werden die Veterinärbehörden der Herkunftsländer mit dem Filmmaterial und den Berichten des Tierschutzes konfrontieren», kündigt er gegenüber dem „Sonntag“ an. «Von den Importeuren verlangen wir eine Stellungnahme zur Einhaltung ihrer Bestimmungen mit den Schlachtbetrieben.» Zudem will hat das BVET den Tierschutzbund zu einem Gespräch einladen. Nachdem die Zustände publik geworden waren, nahm Coop die betroffenen Produkte umgehend aus dem Sortiment. Migros hält vorläufig am Verkauf von Pferdefleisch aus dem kanadischen Schlachthof Bouvry fest.



Streit um TV-Quoten: Deutsche Privatsender würden verlieren

Seit Anfang Jahr werden keine Einschaltquoten mehr veröffentlicht, weil das neue Messsystem für TV-Zuschauerzahlen offenbar grosse Mängel aufweist. Besonders betroffen sind die deutschen Privatsender mit ihren Schweizer Werbefenstern, berichtet die Zeitung «Der Sonntag». Sie kämpfen gegen die Publikation der ihrer Ansicht nach falschen Zahlen an. Denn gemäss dem «Sonntag» zeigen die neu erhobenen Quoten, dass Sender wie RTL, RTL 2 und Pro 7 massiv Zuschauer verlieren würden. Sie würden gegenüber dem Vorjahr satte 20 Prozent, teilweise gar fast 30 Prozent der Reichweite einbüssen. Doch RTL, Pro7 & Co. wären nicht die einzigen Verlierer. Auch der zuletzt aufstrebende Sender 3+ des Schweizer Medienpioniers Dominik Kaiser hätte dramatische Rückgänge, würde das aktuelle System gelten. Ebenso die meisten regionalen TV-Sender. Die Rede ist von Verlusten bis zu 50 Prozent, vor allem bei TV-Stationen mit kleinem Sendegebiet. «Die neue Messmethode kann schlicht und einfach nicht stimmen, die Zahlen werden wohl nie offiziell publiziert werden können», zitiert «Der Sonntag» einen Branchenkenner. Beim Schweizer Fernsehen SRF wiederum wird man nicht müde zu betonen, man gehe davon aus, dass die neuen Daten korrekt erhoben worden seien. Kein Wunder: Gemäss Insidern würde das SRF im Vergleich zur alten Messtechnik zulegen.



Spielmanipulation: Schweizerische Fussballverband erteilt Straferlass für Whistleblower

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) setzt im Kampf gegen Spielmanipulationen neue Anreize, berichtet die Zeitung «Der Sonntag». Wer sich selber anzeigt, kommt künftig mit einer geringeren Strafe oder sogar völlig straffrei davon, auch wenn er dabei half, Spiele zu manipulieren. Damit erhofft sich der Verband neue Hinweise auf die Wettmafia. Die neue Massnahme soll in das Disziplinar-Reglement des SFV verankert werden und ist ab der kommenden Saison gültig. Das Vorgehen ist vergleichbar mit Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern, die regelmässig nach dem Kauf von Daten-CDs nach oben schnellen. Der SFV reagierte bisher mit Verfolgung und Sanktionierung auf solche Betrügereien. Lebenslange Sperren sind möglich.



Wegen Online-Piraterie: Musiklabels streichen 57 Prozent der Stellen

Die Schweizer Musikindustrie leidet unter illegalen Downloads. Wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet, haben die Schweizer Musiklabels seit 2002 57 Prozent ihrer Vollzeitstellen abgebaut. Das zeigt eine Umfrage des Branchenverbands Ifpi Schweiz unter 33 Labels. Es handle sich um 270 Vollzeitstellen, die verschwunden seien, sagt Lorenz Haas, Geschäftsführer von Ifpi Schweiz, gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“: „Das ist dramatisch.“ Die Schweizer Film- und Musikindustrie beklagt, dass die Strafverfolgungsbehörden seit einem umstrittenen Bundesgerichtsurteil von 2010 nicht mehr gegen Raubkopierer vorgehen. Dies könnte sich aber nun ändern. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“ bestätigt, bahnt sich ein Pilotprozess an: Industrievertreter haben im Januar eine Strafanzeige bei der Zürcher Staatsanwaltschaft eingereicht. „Die Anzeige richtet sich gegen eine Person, die gleichzeitig mehr als 1000 Werke verfügbar gemacht hat“, sagt Philippe Nell vom Seco. Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob sie eine Strafuntersuchung einleitet. Unabhängig davon steigt der Druck aus den USA auf die Schweiz, stärker gegen Urheberrechtsverstösse im Internet vorzugehen. Wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet, droht die Schweiz der Eintrag auf einer Sünderliste des US-Handelsbeauftragten.



Pensionskassen von Kantonen und Staatsbetrieben investieren in Mais und Rind

Bern. Diese Woche geriet die Pensionskasse der Stadt Zürich in die Kritik, weil sie einen Teil ihres Anlagevermögens in Agrargüter investiert hat. Doch die Stadtzürcher Vorsorgeeinrichtung ist kein Einzelfall, wie eine Umfrage der Zeitung «Der Sonntags» bei den Pensionskassen von Bund, mehreren Kantonen und den staatsnahen Betrieben zeigt: Neun von zwölf der befragten Vorsorgeeinrichtungen investieren in Agrarrohstoffe: in Mais, Weizen, Sojabohnen, Baumwolle, Kaffee, Kakao und Lebendvieh, das heisst in Rinder und Schweine. Der Anteil Agrargüter und Vieh am Gesamtvermögen variiert je nach Kasse zwischen 0,3 und 1,2 Prozent, der Geldbetrag zwischen 11 und 80 Millionen Franken. Daran wollen die Kassen nichts ändern. «Ein Ausstieg ist zurzeit nicht vorgesehen», sagt etwa der Geschäftsführer der Swisscom-Pensionskasse André-Pierre Schmidt. Ausnahmen sind die Pensionskassen des Bundes (Publica) sowie jene der Kantone Zürich und Bern. «Anlagen in Nahrungsmittel wie zum Beispiel Weizen oder Mais sind nicht zulässig», erklärt Florian Küng von der Zürcher BVK mit Verweis auf einen Regierungsratsbeschluss. Investitionen in andere Rohstoffe wie Erdöl oder Metalle hingegen sind bei der BVK und der Publica erlaubt. Die Bernische Pensionskasse (BPK) verzichtet als einzige ganz auf Rohstoffe. Da diese selbst keinen Ertrag abwerfen würden, hätten Rohstoffe für Investoren, welche die sie selbst nicht konsumierten, «grundsätzlich spekulativen Charakter», betont Hans-Peter Wiedmer, stellvertretender BPK-Direktor. Die Kasse könne ihr Portfolio auch ohne Rohstoffe optimal gestalten. Und Wiedmer fügt an: «Unter ethischen Gesichtspunkten ist der unnötige Handel mit Agrarrohstoffen äusserst bedenklich. Es darf nicht sein, dass die Preise von Grundnahrungsmitteln an den Börsen aus rein spekulativen Überlegungen in die Höhe getrieben werden.» Aussteigen aus dem Rohstoffgeschäft will jetzt auch die Pensionskasse des Kantons Graubünden, Aber nicht aus ethischen Gründen, sondern aus reinen Renditeüberlegungen, wie ihr Direktor Willi Berger erklärt. «Der Entscheid ist schon gefallen.»



Nobel Biocare plant Abbau von über 50 Stellen

KLOTEN. Der kriselnde Zahnimplantatehersteller Nobel Biocare verschärft sein Sparprogramm. Gemäss Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» bereitet er den Abbau von mindestens 50 Stellen an mehreren Standorten vor. Bereits im vierten Quartal des letzten Jahres hatte Nobel Biocare mehr als 50 Arbeitsplätze gestrichen. Die Firma zahlte laut Geschäftsbericht «für Abgangszahlungen und die Beendung von Verträgen» 3,7 Millionen Franken. In diesem Jahr würden mindestens so hohe Kosten für die Umsetzung des Sparprogramms anfallen, sagt Sprecher Süha Demokan. «Sie werden in diesem Jahr in einem ähnlichen Rahmen oder leicht höher liegen, je nach Marktentwicklung.» Daraus ergibt sich, dass mindestens 50 weitere Arbeitsplätze geopfert werden. Betroffen sind vor allem Angestellte in Verwaltungsfunktionen, namentlich am Hauptsitz beim Flughafen Kloten und in Ländern wie Italien oder Spanien, wo die Verkäufe von Zahnimplantaten stark eingebrochen sind. «Wir werden in der ganzen Organisation Stellen vor allem im administrativen Bereich reduzieren», sagt Demokan. «Des Weitern verlagern wir die Ressourcen von Ländern, wo sich der Markt schwach entwickelt, in Länder, wo wir Wachstum verzeichnen.»



Credit Suisse spart bei Zeitungsabos

ZÜRICH. Die Credit Suisse hat eine neue Sparmöglichkeit entdeckt. Die Grossbank strich kürzlich die Mehrheit ihrer Zeitungsabos, wie Sprecher Thomas Baer gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» bestätigt. Er begründet das mit der «Bereinigung von Doppelspurigkeiten bei Zeitungsabonnementen». Betroffen sind vor allem Wirtschaftsblätter wie «Finanz und Wirtschaft», «NZZ», «Financial Times» und «Wallstreet Journal». Alleine die «Finanz und Wirtschaft» verlor mehrere Hundert Abos, wie Verlagsleiter Martin Coninx bestätigt. Sparpotenzial hat die Credit Suisse auch bei der Nachrichtenagentur Bloomberg entdeckt. Einem Grossteil der Mitarbeiter hat sie den Zugriff auf den teuren Dienst entzogen. Nicht betroffen sind die Händler, die stark von Bloomberg abhängen.



WoZ-Redaktionsleiterin kritisiert «Tagi»-Chef Strehle


Seit drei Wochen wirft die «Weltwoche» Res Strehle, dem Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», Nähe zum Linksextremismus in der Vergangenheit vor. «Ich will nicht ausschliessen, dass ich mich zu dieser Debatte äussere», sagt er im Interview mit der Zeitschrift «Schweizer Journalist». «Aber nicht vor dem Hintergrund des krassen Kampagnen-Journalismus der ‹Weltwoche›.» Nun wird Strehle aber ausgerechnet von linker Seite kritisiert, wie „Der Sonntag“ berichtet. Spätestens 2009, als die «Wochenzeitung» (WoZ) Strehles Nachruf von 1993 zur Zürcher Kurden-Guerilla-Kämpferin Barbara Kistler thematisierte, hätte sich Strehle überlegen müssen, wie er seine Vergangenheit thematisiere, findet WoZ-Redaktionsleiterin Susan Boos. «2009 hielt er sich ohne Not völlig bedeckt, obwohl er unter keinerlei Druck stand», sagt sie. «Jetzt wird er dazu genötigt, was es viel schwer macht, überhaupt darüber zu sprechen.» Boos findet aber, auch Markus Somm, der Chefredaktor der «Basler Zeitung», müsse sich erklären. Dieser hatte 1993 einen verärgerten Leserbrief geschrieben, weil die WoZ Strehles Nachruf erst verspätet abdruckte.



Peter Stamm: „Wenn wir so tapfere Politiker hätten wie die Bauern, sähe es bestimmt anders aus“

Winterthur. Der Schriftsteller Peter Stamm ist als erster Schweizer überhaupt für den Man Booker International Prize nominiert. Sollte er den Preis mit rund 90‘000 Franken dotierten tatsächlich gewinnen würde es ihm „einfach etwas mehr Sicherheit geben“, sagt Stamm im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“. „Ich könnte ein paar Monate ohne Einkommen überleben. Schriftsteller haben keine Vorsorge, kein Auffangnetz. Wenn ich krank werde, dann bin ich ruiniert.“ Den meisten Schriftstellern gehe es ganz mies. Er habe sogar einen erfolgreichen Kollegen, der seine Zahnarztrechnung nicht bezahlen kann. „Das ist erbärmlich.“ Deshalb fordert Stamm eine Art soziale Absicherung und eine anständige Alterdvorsorge für Künstler. „Die Landwirtschaft erhält jährlich über drei Milliarden Franken an Subventionen. Wenn man ihr ein Promille wegnehmen würde für die Künstler, dann würde sie es wohl nicht einmal merken.“ Heute gebe die öffentliche Hand ungefähr eine Million pro Jahr für Hunderte von Autoren aus. “Wir haben keine Lobby“, sagt Stamm. „Wenn wir aber so tapfere Politiker hätten wie die Bauern, sähe es bestimmt anders aus.“ Produzierten die Bauern zu viel Wein, dann schenke ihnen das Parlament ohne grosse Diskussionen zehn Millionen Franken zum Abbau der Überproduktion. „Das entspricht dem Betrag für zehn Jahre Literaturförderung!“ Selber will Stamm nicht in die Politik, obwohl er seit rund 30 Jahren Mitglied der Grünen ist. Von Schriftstellern, die sich in die politische Debatte einmischen, hält er nicht viel. „Heute geht es doch in der Politik häufig um Sachfragen: Bei der Frage nach einer zweiten Röhre am Gotthard oder nach dem Atomausstieg bin ich als Autor doch nicht kompetenter als ein Wissenschaftler. Als Staatsbürger habe ich die Verpflichtung, mich in die Politik einzumischen, aber nicht als Autor.“ Bei Autoren, die sich einmischten, sei auch viel Eitelkeit dabei.



DÖNER DARF IN DER SCHWEIZ AUCH SCHWEINEFLEISCH ENTHALTEN

BERN. Im Nachgang zum Pferdefleischskandal lässt der islamische Zentralrat Schweiz IZRS zum Schutz von Muslimen auf Schweinefleisch untersuchen. In der Schweiz gibt es allerdings keine Vorschrift, dass ein Döner kein Schweinefleisch enthalten darf. Dies berichtet die Zeitung „Der Sonntag“. Auch eine Deklarationspflicht existiert beim Offenverkauf nicht. Wenn der Kunde wissen will, was für Fleisch in seinem Döner enthalten ist, dann muss er laut Otmar Deflorin, Präsident des Verbandes Schweizer Kantonschemiker, danach fragen.
Auch das Argument, dass man davon ausgeht, dass der Döner eine türkische Spezialität ist und deshalb kein Schweinefleisch enthalten darf, ist ein Trugschluss. Erfunden wurde der orientalische Fastfood nicht in Istanbul, sondern 1971 von einem türkischen Emigranten in Berlin. So begann der Siegeszug der türkischen Hamburger-Variante durch Europa. Alleine in der Schweiz werden heute monatlich weit über 100 Tonnen Döner produziert.



Gegen Lohnexzesse: Mitarbeiter sollen im Verwaltungsrat vertreten sein

BERN. In den Verwaltungsräten soll künftig auch das Personal vertreten sein. Das verlangen gemäss Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» die Angestellten Schweiz und der Gewerkschaftsdachverband Travail Suisse. Sie erhoffen sich davon eine dämpfende Wirkung auf die Managerlöhne. Die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer hat nun in der nationalrätlichen Rechtskommission einen Antrag eingereicht. Demnach muss einem Verwaltungsrat mit zwei bis vier Mitgliedern mindestens ein Mitarbeitervertreter angehören. Bei Verwaltungsräten mit fünf und mehr Mitgliedern müssten es mindestens zwei Angestellte sein. «Die Mitarbeitervertreter würden sicher schauen, dass das Management nicht alles abkassiert», begründet Leutenegger Oberholzer. Ihr Antrag wird nach der Abstimmung über die Abzocker-Initiative beraten, wenn das Parlament die Aktienrechtsrevision wieder aufnimmt.



iPhone-Klinik expandiert in die Romandie und ins Tessin

ZÜRICH. Jonathan Mariampillai, zurzeit einer der erfolgreichsten Jungunternehmer der Schweiz, expandiert mit seinen iPhone-Kliniken, wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet. Zurzeit betreibt der ehemalige Kellner neun Handy-Reparaturgeschäfte in der Deutschschweiz. Nun wagt der 28-jährige Schweizer mit tamilischen Wurzeln den Sprung über die Sprachgrenze. «Anfang März eröffnen wir in Lugano unsere erste Filiale im Tessin. Und dieses Jahr folgt sicher noch ein weiteres Geschäft in Lausanne», sagt Mariampillai im „Sonntag“. Es wird das erste in der Westschweiz sein.
Mittelfristig rechnet er mit weiteren Shops: «Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten drei Jahren rund 18 Geschäfte führen werden, insbesondere in den grossen Städten.» Doch auch in der Agglomeration möchte Mariampillai, der 2009 sein erstes Geschäft in Zürich eröffnete, seine Reparaturdienste anbieten. Dafür hat der iPhone-Doktor vor kurzem eine «Smartphone-Ambulanz» in Betrieb genommen, vorerst als Test in Winterthur. «Unser Ziel ist es, den Ambulanzdienst in der ganzen Schweiz anbieten zu können.» Der Ambulanzwagen bietet wie die Geschäfte Reparaturen von kaputten Akkus, zertrümmerten Displays oder eingeklemmten Home-Buttons.



Lous-Widmer-Chefin fordert stärkeres Swissness-Gesetz

ZÜRICH. Annemarie Widmer, Chefin und Mitinhaberin des Kosmetikkonzerns Louis Widmer, spricht sich im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“ für eine starke Swissness-Gesetzregelung aus: „Unsere Vorlage wäre strenger als jene des Bundesrates und verlangt, dass mindestens 60 Prozent der Herstellkosten in der Schweiz anfallen müssen“, sagt Widmer. „Wir sind für eine konsequente Umsetzung und unterstützen die Branchenverordnung des Schweizer Kosmetik- und Waschmittelverbands, der sich bei diesem Thema mit dem Uhrenverband zusammengeschlossen hat.“ Zwar stammen auch viele Inhalte der Louis-Widmer-Produkte nicht direkt aus der Schweiz. Aber „Es geht um den Herstellungsprozess. Viele der Wirk- und Hilfsstoffe einer Creme werden in der Schweiz nicht gefördert und sind somit nicht erhältlich, wie zum Beispiel bestimmte Vitamine oder Fettstoffe wie Jojoba- oder Olivenöl“, sagt die 33-Jährige im „Sonntag“. „Diese bezieht die Kosmetikindustrie gezwungenermassen aus dem Ausland. Unsere Wertschöpfungskette findet in der Schweiz statt, von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Abfüllung, Konfektion und zum Vertrieb. Wenn immer möglich arbeiten wir mit Schweizer Lieferanten zusammen.“ Sie setze sich stark für den Schutz der Marke Schweiz ein. „Ich war vor einiger Zeit an einer Dermokosmetik-Messe in Dubai und da gab es Produkte, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Die warben mit Swiss, Swiss made, Made in Switzerland und so weiter. An denen ist garantiert nichts schweizerisch.“ Es dürfe nicht sein, dass jede «Chlütterlibude» die Marke Schweiz missbrauchen und jeder davon profitieren kann, ohne die hohen Schweizer Kosten in Kauf zu nehmen.



NEWS AUS DEM „Sonntag“ Basel


Sicherheitsdirektor Baschi Dürr gibt der Staatsanwaltschaft die Hoheit über die Kriminalstatistik zurück

Ende März wird die Basler Staatsanwaltschaft die kantonale Kriminalstatistik präsentieren. Wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet, macht der neue Sicherheitsdirektor Baschi Dürr damit einen Beschluss rückgängig, den sein Vorgänger Hanspeter Gass erst vergangenes Jahr durchgesetzt hatte. Gass hatte es gegen den Willen von Staatsanwalt Fabbri übernommen, die Kriminalstatistik der Öffentlichkeit vorzustellen. Nun gibt Dürr dem Staatsanwalt die Aufgabe der Statistik-Präsentation zurück.



Die Handelskammer unterstützt den SVP-Wahlkampf im Baselbiet

Wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet, engagiert sich die Handelskammer beider Basel im Wahlkampf der Baselbieter SVP in ähnlichem Ausmass wie die Baselbieter Wirtschaftskammer. Diese finanziert die Kampagne von SVP-Kandidat Thomas Weber mit 60 000 Franken. Für ihre Einmischung in den Wahlkampf erntet die Handelskammer Kritik, unter anderem von Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen sowie SP-Ständerat Claude Janiak.



Ungewisse Zukunft für die Gynäkologie am Kantonsspital Liestal

Nicole Bürki, Chefärztin Gynäkologie am Kantonsspital Liestal hat auf 1. März eine Praxisbewilligung. Das berichtet die Zeitung „Der Sonntag“. Ob und wann Bürki ihre Funktion am Spital aufgibt, ist allerdings offen – weder die Chefärztin noch der Spital-Sprecher wollen sich dazu äussern.



David Wüest bleibt Präsident der Grünliberalen

Wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet, wird David Wüest das Präsidium der Basler Grünliberalen (GLP) behalten. Wüest selbst lässt nach seiner Abwahl aus dem Grossen Rat zwar noch offen, ob er auf seinem Posten bleibt. Der Partei-Vize Dieter Werthemann sowie der Zürcher Politgeograf Michael Hermann gehen jedoch davon aus, das Wüest Präsident bleiben wird, da geeignete Nachfolger fehlen und die GLP in Basel einen schweren Stand hat.



Basler Herbstwarenmesse wird um eine Woche nach hinten verschoben

Die Basler Herbstwarenmesse startet dieses Jahr nicht wie die Herbstmesse am 26. Oktober. Das berichtet die Zeitung „Der Sonntag“. «Die Messe Schweiz hat sich entschlossen, die Basler Herbstwarenmesse 2013 um eine Woche nach hinten zu verschieben», schreibt Messe-Verkaufsleiter Sandro di Giovanni letzte Woche in einem Brief an Aussteller, der dem „ Sonntag» vorliegt. Neu findet die Herbstwarenmesse vom 2. bis 10. November statt.



Chrüterhüsli darf nicht bauen

Die Drogerie Chrüterhüsli kann ihr Geschäft an der Gerbergasse nicht wie geplant erweitern, wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet. Vorgesehen war die Übernahme des Nachbarhauses. Bauvorschriften machen dem Chrüterhüsli nun aber einen Stich durch die Rechnung: Der Umbau ist nur erlaubt, wenn beide Liegenschaften erdbebensicher saniert werden, was dem Chrüterhüsli-Inhaber zu teuer ist.



Baselbieter Jusitz-Affäre weitet sich aus

CVP-Landrat Peter H. Müller wird an der nächsten Parlamentssitzung kommenden Donnerstag eine Interpellation zu der Amtsgeheimnisverletzung einreichen, die er mutmasslich im November 2012 begangen haben soll. Das berichtet die Zeitung „Der Sonntag“. Landrat Müller will von der Regierung unter anderem wissen, wie der Fall an die Presse gelangt ist. Er droht mit rechtlichen Schritten, sollte er bis zum 7. März keine „überzeugenden, fundierten“ Antworten erhalten.



Plan für Uno-Institut vorerst gescheitert

Der Plan war ambitiös: Basel wollte sich mit einem Institut der United Nations University (UNU), der Denkfabrik der UNO, schmücken. Doch das Projekt, das als Schwerpunkt-Thema die Urbanisierung vorsah, kommt vorerst nicht zustande. Matthias Geering, Leiter Kommunikation und Marketing der Universität Basel, bestätigt, dass die Pläne wegen der Bestrebungen rund um die Stärkung der Kompetenzen im Bereich der Kunst und Architektur an der Universität Basel zurückgestellt worden seien.



Münsterpfarrer Lukas Kundert schlägt Regierungspräsident Guy Morin die „Heimholung“ der Grabkrone der Königin Anna vor

Im Jahr 2019 feiert Basel das Jubiläum von 1000 Jahren Münster. In Zusammenhang mit diesem Fest regt Münsterpfarrer Lukas Kundert, Präsident des Kirchenrats der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt in einem Brief an Regierungspräsident Guy Morin an zu prüfen, ob die Grabkrone der Königin Anna (1225-1281) aus dem Basler Münsterschatz «heimgeholt» werden könnte. Sie befindet sich heute in der Sammlung des Berliner Kunstgewerbemuseums. Eine „dauerhafte Rückgabe“ der Grabkrone der Königin Anna, die als Teil des Münsterschatzes von Baselland nach der Kantonstrennung an einer Auktion 1836 verkauft worden war, schliesst Lothar Lambacher, stellvertretender Direktor des Berliner Kunstgewerbemuseums, auf Anfrage des „Sonntag“ aber aus.

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