Schweizer Bischof für Frauen als Priesterinnen

Von Nadja Pastega


Samstag, 23. April 2011 22:50

Eddy Risch - Keystone


Der St. Galler Bischof überrascht mit deutlichen Worten: Die katholische Kirche müsse das geistliche Amt für Frauen öffnen.

Markus Büchel ruft die katholische Kirche zu tief greifenden Reformen auf. Der Bischof des Bistums St. Gallen äussert sich öffentlich für die Frauenordination. «Wir müssen Schritte suchen, die dahin führen», sagt er. «Ich könnte mir vorstellen, dass der Diakonat der Frau ein solcher Schritt sein könnte.»

Eine Weile lang habe man über die Frauenordination nicht diskutieren dürfen. «Das können wir uns nicht mehr leisten.» Zum Priesteramt für Frauen sagt Büchel: «Wir können beten, dass uns der Heilige Geist die Zeichen der Zeit erkennen lässt.»

Die brisanten Aussagen machte er im St. Galler Pfarreiblatt. Sabine Rüthemann, Medienbeauftragte des Bistums, bestätigt: «Das Interview ist autorisiert. Was Bischof Büchel hier sagt, meint er auch so.» Für einen Bischof sind das sehr weit gehende Aussagen. Sie bedeuten einen katholischen Tabubruch. Im kanonischen Recht ist jedes ordinierte Amt auf Männer beschränkt.

CVP-Präsident Christoph Darbellay unterstützt Büchels Forderung. «Persönlich bin ich für die Frauenordination. Ich sehe nicht ein, warum Frauen ein kirchliches Amt nicht ebenso gut ausüben können wie Männer.»

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) zeigt wenig Dialogbereitschaft. «Die Frage der Priesterweihe für Frauen steht derzeit nicht zur Diskussion», so Walter Müller von der SBK. «Die Kirche sieht sich daran gebunden, dass Jesus Christus bei der Einsetzung des Priestertums im Abendmahl ausschliesslich Männer gewählt hat.» Er verweist auf den Vatikan, wonach «die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig daran zu halten haben».

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