Schawinski wieder digital

Von Stefan Ehrbar


Samstag, 02. August 2014 23:30

Zurück auf DAB+: Roger Schawinski mit «Planet 105». Foto: Keystone/Walter Bieri


In Zürich sind über das Digitalradio DAB+ bald 14 neue Sender zu hören – Aarau soll folgen.

Die Zürcher Radiolandschaft wird bunter. In den nächsten Tagen wollen die Digris AG und der Verein Limus mit einem eigenen Digitalradio-Netz in der Limmatstadt starten. Limus vereinigt nichtkommerzielle Stationen und Webradios. Zu den Sendern, die neu in Zürich zu hören sein werden, gehören etwa Radio Tropic, das Alternativradio Lora, das Winterthurer Radio Stadtfilter oder Toxic FM.

Auch auf dem Digris-Netz senden wird ein kommerzieller Anbieter: Roger Schawinski kehrt mit seinem «Planet 105» zu DAB+ zurück. Kurz nach Übernahme des Senders verabschiedete sich der damals «Radio 105» heissende Sender vom Netz des Betreibers Swiss Media Cast, über das der Sender in der gesamten Deutschschweiz zu empfangen war. In den Hörerzahlen des ersten Semesters 2014 schlug dies erstmals durch. Gegenüber dem zweiten Semester 2013 verzeichnet «Planet 105» mit neu 87 000 einen Verlust von 15 000 Hörern.

Am 12., spätestens 23. August soll der Limus-Testbetrieb starten, sagt Thomas Gilgen von der Digris-Geschäftsleitung. Bereits ab dann sollen diverse Möglichkeiten von DAB+ genutzt werden. So sollen Slideshows möglich sein, mit denen die Sender etwa das Plattencover des aktuellen Songs oder Bilder aus dem Studio direkt auf entsprechend ausgerüstete Geräte senden können. Mit dem Limus-Netz sollen auch DAB+-Features wie die Interaktivität genutzt werden.

Mit dem Netz wolle Limus auch den existierenden Radiostationen Chancen aufzeigen. Es sei durchaus noch eine «gewisse Angst» zu spüren, sich zu digitalisieren, sagt Gilgen. Mit DAB+ verschwindet die von UKW bekannte Frequenzknappheit. Entsprechend grösser wird aber auch die potenzielle Konkurrenz für etablierte Radiostationen.

Bereits seit einigen Wochen betreibt Digris in Genf ein DAB+-Netz. Noch in diesem Jahr sollen weitere Regionen dazukommen – namentlich das Wallis, Aarau und die Region rund um Lugano.

Anzeige