SRF wirbt für Salzgebers Beiz

Von Sacha Ercolani


Samstag, 07. Juni 2014 23:30

Umstrittener SRF-Bericht: Eröffnung von Salzgebers «Baracca». Fotos: Screenshots


Rainer Maria Salzgeber (45) geht unter die Gastronomen und betreibt seit letzter Woche als Teilhaber in Zürich Kloten eine währschafte Walliser-Stube. In das grosse gemütliche, mit Holz verkleidete Lokal Baracca investierte der gebürtige Walliser sehr viel privates Geld.

Die Ausgaben für die sonst so teure Bewerbung des neuen Lokals kann Salzgeber vorerst noch sparen: «glanz&gloria», das quotenstarke People-Magazin seines Arbeitgebers Schweizer Fernsehen (SRF), strahlte am Donnerstagabend zur besten Sendezeit einen dreiminütigen Bericht über das neue Engagement des beliebten und gut bezahlten Sportmoderators aus – und rührte somit kräftig die Werbetrommel für das «Baracca».

Beim Eröffnungs-Apéro liess sich Rainer Maria Salzgeber als Raclette-Schaber filmen und inszenierte sich für das Fernsehen als umtriebiger Wirt. Normalerweise arbeite er jedoch nicht im Restaurant, versicherte er im Beitrag. Unter den prominenten Gästen waren unter anderem Freunde wie Ex-Nati-Trainer Köbi Kuhn (70) oder Fussball-Legende Gilbert Gress (72), alle wurden ebenfalls interviewt.

Dass man beim öffentlich-rechtlichen Sender, der von Gebühren und Steuern finanziert wird, Projekte eigener Mitarbeiter bewirbt, ist äusserst ungewöhnlich und sorgte am Freitag auf den Gängen des TV-Senders im Leutschenbach für Diskussionen. SRF-Sprecherin Caroline Kalberer sagt: «Rainer Salzgebers Engagement ist selbstverständlich mit SRF abgesprochen. Zwischen seiner privaten Investoren-Tätigkeit und seinem Job als Sportmoderator bei SRF gibt es keinerlei Interessenskonflikte.»

Rainer Maria Salzgeber freut sich über die kostenlose Werbung: «Es war schon immer ein Traum von mir, ins Gastgewerbe einzusteigen. Als Mitinhaber habe ich beim ‹Baracca› diese Möglichkeit erhalten. Operativ werde ich selbstverständlich nicht tätig sein.»

Anzeige