Bund: Fast 1 Milliarde Franken Sozialhilfe für Flüchtlinge

Fabienne Riklin

Fabienne Riklin ist Redaktorin bei der Zeitung «Schweiz am Sonntag».


Samstag, 30. Januar 2016 23:30


Das Staatssekretariat für Migration budgetierte 200 Millionen Franken höher als vergangenes Jahr

Prognosen, wie viele Flüchtlinge dieses Jahr einen Asylantrag in der Schweiz stellen werden, wagt das Staatssekretariat für Migration (SEM) keine mehr. Doch anhand des Budgets zeigt sich, dass der Bund mit einer starken Kostenzunahme rechnet: 1,5 Milliarden Franken hat das SEM für 2016 veranschlagt. Der grösste Teil davon – 940 Millionen Franken – ist für Sozialhilfe an Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge eingeplant. Vergangenes Jahr waren dafür noch 746 Millionen Franken veranschlagt gewesen. Im September brauchte das Amt allerdings zwei Nachtragskredite im Umfang von 207 Millionen Franken, da man noch von 22 000 Asylanträgen ausgegangen war. Bis Ende Jahr gingen jedoch fast 40 000 ein. Die meisten Kosten fallen bisher noch beim Bund an, da dieser in den ersten Jahren die Sozialhilfe der Flüchtlinge zahlt. In den nächsten Jahren werden aber viele aus dem Asylbereich zu den Kantonen übergehen und damit auch die Gemeinden belasten. Um die Kosten im Asylwesen zu senken und die hohe Zahl der Gesuche zu bewältigen, plant das SEM Massnahmen. «Es braucht effizientere Strukturen und raschere Verfahren», sagt Mario Gattiker, Staatssekretär des SEM. Auch setze man auf die abschreckende Wirkung fairer und konsequenter Verfahren.

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