Schweizergardist packt aus: «Habe von Kardinälen Sex-Angebote erhalten»

Von Henry Habegger und Beat Kraushaar


Samstag, 04. Januar 2014 23:32

Schweizergardisten sollen bei homosexuellen Geistlichen beliebte Zielobjekte sein. Foto: AFP


Ein Ex-Gardist packt über die Schwulen-Lobby im Vatikan aus. Die päpstliche Schweizergarde sieht darin kein Problem

Nun gerät auch die Schweizergarde in den Dunstkreis der Schwulen-Lobby im Vatikan. Ein Ex-Gardist erzählt erstmals, dass die Schweizer Schutztruppe des Papstes zu ihren bevorzugten Zielen gehört.

.Der junge Schweizer gibt an, dass er Objekt der Begierde einer ganzen Reihe von Gottesleuten geworden sei. Dazu gehört auch ein hoher Würdenträger, der im Innern des Machtzentrums des Vatikans sass. Detailliert schildert der Ex-Gardist, wie er nach dem Ausgang um Mitternacht von der Person auf sein Handy angerufen wurde und ihn auf sein Zimmer einlud. Die Person wird von Insidern in direkten Zusammenhang mit dem ominösen Schwulen-Netzwerk gebracht und logierte im Papstpalast, in der Nähe vom Heiligen Vater.

Der Schweizergardist erzählt davon, dass dies kein Einzelfall war. In seiner Dienstzeit habe er von bis zu 20 Geistlichen unzweideutige Angebote erhalten. Dazu gehören Bischöfe, Kardinäle, Priester und Pater.

Zu den zweideutigen Angeboten gehörte auch ein Nachtessen mit einem Priester, der dem Gardisten anvertraute, dass er dann «das Dessert» sei. Auch ein Mitarbeiter des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls soll handgreifliche Annäherungsversuche unternommen haben – der Mann wurde später auf einen anderen Posten versetzt. Berichte, wonach offenbar quasi unter den Augen des alten Papstes unzüchtiges Treiben möglich war, werfen beunruhigende Fragen auf. Und sie dürften in Rom gerade jetzt ungelegen kommen: Denn am 27. April wird Johannes Paul II. heilig gesprochen.

Ist der Gardist bloss ein Aufschneider und Wichtigtuer? Vatikan-Insider halten seine Schilderungen insgesamt und gerade auch in Bezug auf den papstnahen hohen Würdenträger für glaubwürdig. In der Garde selbst erhielt er nach eigenen Aussagen keine Unterstützung, als er die sexuellen Vorfälle seinen Vorgesetzten meldete. Man unterstellte ihm, er habe da etwas falsch verstanden.

Die Medienstelle der Schweizergardisten im Vatikan äussert sich zu den Vorwürfen des Ex-Gardisten. «Das gerüchteweise thematisierte ‹Homosexuellen-Netzwerk› stellt für die päpstliche Schweizergarde kein Problem dar», sagt Sprecher Urs Breitenmoser. Laut ihm orientierten sich «die jungen Schweizer, die sich für zwei Jahre Dienst verpflichten, stark an militärischen und religiösen Werten. «Für sie stehen ganz andere Themen im Zentrum ihrer Kameradschaft und Freizeitbeschäftigung», sagt Breitenmoser.

Anzeige