Stadler Rail: Börsengang statt Verkauf

Von Patrik Müller und Stefan Ehrbar


Samstag, 31. Dezember 2016 23:30

Peter Spuhler. Foto: Chris Iseli


Unternehmer Peter Spuhler sagt, wie er sich die Zukunft seiner Firma vorstellt – und liebäugelt mit einem Comeback als Politiker.

Vor fast 30 Jahren hat Peter Spuhler die damalige Kleinfirma Stadler in Bussnang TG übernommen. Sie beschäftigte 18 Mitarbeiter – heute sind es weltweit 7000, davon 3000 in der Schweiz. Stadler liefert Züge und Trams rund um den Globus.

Jetzt gibt der ehemalige SVP-Nationalrat Spuhler Einblick in die Nachfolgeplanung. Im Interview sagt er: «Ich werde demnächst 58. Das ist der Moment, an dem man sich überlegen muss, wie es weitergeht.» Er trage die Verantwortung für eine grosse Belegschaft und müsse eine langfristige und nachhaltige Ablösung finden.

Am einfachsten wäre es, so Spuhler, Stadler «den Chinesen zu verkaufen». Doch das kommt für ihn nicht infrage – Spuhler bezeichnet es gar als «Verrat an meinen Mitarbeitern», wenn er die Firma an die Konkurrenz veräussern würde. Darum steht für ihn eine andere Variante im Vordergrund: «Grundsätzlich glaube ich, dass wir einen Börsengang machen werden und die Familie noch 35 bis 40 Prozent der Aktien hält. Dann könnte immer noch eines der Kinder in die operative Verantwortung.»

Spuhler selbst würde sich dann nicht gänzlich zurückziehen, sondern Verwaltungsratspräsident werden. Dieser Schritt könnte die Unabhängigkeit der Firma sicherstellen und schon in naher Zukunft erfolgen. Denn 2019 ist für Spuhler eine Rückkehr in die Politik denkbar – er schliesst eine Kandidatur als SVP-Ständerat nicht aus. Sein Rücktritt als Nationalrat 2011 sei nur deshalb erfolgt, weil er sich wegen der Währungsproblematik voll auf sein Unternehmen konzentrieren musste. Das Interesse an der Politik sei aber nach wie vor gross: «Ich war und bin ein politischer Mensch, lese jeden Tag drei oder vier Zeitungen, informiere mich vertieft über das, was in Bern entschieden wird – als Bürger und Unternehmer.»

Lesen Sie in der gedruckten Ausgabe das Interview mit Peter Spuhler.

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