US-Pass: Uncle Sam greift bei Doppelbürgern zu

Benjamin Weinmann

Benjamin Weinmann ist Redaktor bei der Zeitung «Schweiz am Sonntag».


Samstag, 20. September 2014 23:28


Aufgeben der Staatsangehörigkeit ist fünfmal teurer als zuvor.

Hunderte von Amerikanern, die in der Schweiz leben, geben ihren Pass ab, um vor den Fängen des US-Fiskus zu flüchten. Die Gebühr für diesen Prozess ist vor einigen Tagen massiv angestiegen. Neu verlangt die Botschaft in Bern 2350 Dollar statt wie bis anhin 450 Dollar.

Grund für die Fahnenflucht der Exil-Amerikaner ist die harte Steuerpolitik der US-Regierung, die versucht, Steuerhinterziehern den Garaus zu machen. Seit Inkrafttreten des Steuerabkommens Fatca meiden zudem Schweizer Banken amerikanische Kunden, um selbst nicht in die Mühlen der US-Justiz zu geraten.

Laut einer Studie der Devere Group, einer weltweit tätigen Vermögensverwalterin, erwägen 79 Prozent der Ausland-Amerikaner, ihren Pass abzugeben – deutlich mehr als im Jahr zuvor.

Vereinigungen von Ausland-Amerikanern führen in der Schweiz sogenannte Townhall Meetings durch, um sich über ihre missliche Situation auszutauschen. «Die Leute sind verzweifelt und frustriert», sagt Ronald Banks von der Organisation American Citizens Abroad. «Die Gebühr für die Pass-Abgabe ist für viele Leute die geringste Sorge, sollten sie ihre Steuerpflicht versäumt haben», sagt Steuerberater Daniel Hyde. «Es drohen massive Bussen.»

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