Walter Frey: «Ich konnte mich noch nicht pensionieren»

Othmar von Matt

Othmar von Matt ist Redaktor bei der Zeitung «Schweiz am Sonntag».


Samstag, 16. Januar 2016 23:28

SVP-Vizepräsident und Unternehmer Walter Frey lässt noch offen, ob er sich zur Wiederwahl stellt. Foto: Keystone


Der Unternehmer macht bei ZSC Lions, Emil Frey AG und wohl auch bei der SVP weiter.

Walter Frey ist am Freitagabend, kurz nach 22 Uhr leicht verärgert. «Jetzt haben die ZSC Lions in Lausanne das Penaltyschiessen verloren», sagt er. Und fügt halb schmunzelnd, halb ernst an, er sei deswegen nicht besonders guter Laune. Immerhin träfen die ZSC Lions im Cupfinal noch auf den Lausanne HC.

Die Episode im Zürcher Albisgüetli beweist: Unternehmer Walter Frey, 72, ist noch voll involviert in seine Unternehmungen. Sei es als Verwaltungsratspräsident der ZSC Lions. Alle Transfers gehen über seinen Tisch, auch jene von US-Ausnahmetalent Auston Matthews und Ambris Dorfkönig Inti Pestoni. Sei es als Verwaltungsratspräsident seines Familienunternehmens Emil Frey AG. Oder als Vizepräsident der SVP.

Bei der SVP zumindest steht nun sein Engagement zur Diskussion. An der DV vom 23. April wählen die SVP-Delegierten eine neue Parteileitung. Eine Gruppe um Präsident Toni Brunner und Präsident in spe Albert Rösti erarbeitet dafür ein neues Parteileitungsmodell.

«Alle Präsidiumsmitglieder müssen sowieso neu gewählt werden», sagt Frey. Ob er sich zur Wiederwahl stellt, ist unklar. «Ich lasse das offen», sagt er. «Das hängt auch davon ab, ob man gebraucht wird – und in welcher Form.»

Dass Frey gebraucht wird, macht Rösti unmissverständlich klar. Er habe mit Christoph Blocher und Frey gesprochen, bevor er sich als Kandidat fürs Präsidentenamt präsentierte, sagt Rösti. «Ich werde alles daransetzen, dass Frey und Blocher in irgendeiner Form weitermachen.» Er sei auf das strategische Know-how der beiden angewiesen.

Die Chancen, dass Frey, neben Blocher wichtigster Geldgeber bei der SVP, in irgendeiner Form weitermacht, scheinen gut. «Ich werde die SVP, die Führung der Partei und Christoph Blocher nicht im Stich lassen», sagt Frey. Er deutet an, dass er persönlich schon einen Schritt weiter ist in den Überlegungen.

Walter Frey spielt seit über drei Jahrzehnten eine prägende Rolle bei der SVP. Er war 18 Jahre Präsident der SVP der Stadt Zürich und sass 14 Jahre im Nationalrat, davon zwei als Fraktionschef. Seit 2008 ist er als Vize der SVP für die Kommunikation zuständig. Frey hat noch viele Pläne. Zusammen mit den VR-Kollegen Peter Spuhler und Rolf Dörig bei den ZSC Lions möchte er in Altstetten die neue Eishockeyhalle bauen. Im Familienunternehmen sollen Sohn Lorenz und Tochter Kathrin sukzessive Verantwortung übernehmen. «Ich konnte mich noch nicht pensionieren», sagt Frey lachend.

Was den Rückschluss zulässt, dass er das auch bei der SVP nicht tut.

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