Gesucht: Skiplausch für das kleine Budget

Samstag, 06. Februar 2016 23:30

Amden SG: Die Tageskarte der Sportbahnen Amden AG kostet für Erwachsene 35 Franken und 22 Franken für Kinder. Ein echtes Schnäppchen ist die Familientageskarte für nur 88 Franken.


Winterferien in der Schweiz sind für viele Familien zum unerschwinglichen Luxusgut geworden. Die grossen Skigebiete scheint das wenig zu kümmern. Sie rüsten am Berg hoch mit Investitionen, die sich auf Dauer nicht rechnen. Alternativen, die das Portemonnaie schonen, sind gesucht. Und die gibt es.

Von Robert Wildi

Teurer Franken, zu wenig Schnee. Die Gründe für den aktuellen Umsatzrückstand von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr sind bei den Schweizer Bergbahnen rasch erkannt. Allein im Bündnerland verlor die Branche im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat über 23 Prozent Gäste. Dass der hiesige Schneesportmarkt indes schon seit über 20 Jahren eher schrumpft als stagniert, zeigt, dass die Argumentation zu kurz greift. Der Schweizer Wintertourismus leidet längst unter einem Preis- und Strukturproblem, das vom aktuellen Währungsnachteil und Frühlingswetter zusätzlich befeuert wird.

Ein wesentliches Manko ist die oft riesige Diskrepanz an den Destinationen zwischen dem Logis- und Bergbahnangebot. Während zahllose Mittelklassehotels seit Jahrzehnten vor sich hin darben und dennoch unverschämt hohe Preise verlangen, ist unter den Bergbahnen seit Jahren ein Wettrüsten mit modernsten Anlagen, Sitzheizungen und Schneekanonen entbrannt, welches die Ticketpreise ebenfalls in die Höhe treibt. In Mode sind auch kostspielige Zusammenschlüsse von ganzen Skigebieten, um den Gästen immer noch mehr Pistenkilometer zu offerieren – selbst wenn man diese an einem Tag gar nicht abfahren kann. Jüngstes Beispiel ist die Pistenverbindung von Arosa und Lenzerheide. In Arosa kostet die Tageskarte mittlerweile 72 Franken, ein Familien-Skiabo 45 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Das Resultat der Entwicklung: Gerade die so wichtigen Familien können sich Skisportferien in der Schweiz immer seltener leisten. Zwei Erwachsene mit zwei Kindern müssen pro Woche inklusive Logis, Skitickets und Essen mit minimal 4000 Franken rechnen, sofern sie sich eines der bekannteren Skigebiete leisten wollen.

Eine Stichprobe für die Sportferienwoche vom 20. bis 27. Februar belegt es. Beispiel St. Moritz: Das günstigste noch verfügbare Familienzimmer für eine vierköpfige Familie mit Kindern im Alter von 12 und 10 Jahren kostet auf dem Portal swisshotels.com 2450 Franken und beinhaltet das Frühstück. Die sechs Tage auf der Piste kosten rund 970 Franken und dazu kommen mindestens 1000 Franken für Mittag- und Abendessen. Kaum günstiger ist die gleiche Ferienwoche in Zermatt zu haben. 1960 Franken für ein kleines Familienzimmer ohne Frühstück, sechs Skitage für 1140 Franken, dazu sämtliche Mahlzeiten.

Selbst ein einzelner Familien-Skitag ist heute in den bekannten Skigebieten eine echte Investition. So bezahlt eine vierköpfige Zürcher Familie mit zwei Teenager-Kids im Alter von 19 und 17 laut «K-Tipp» für einen Tageskiausflug per Bahn nach Flumserberg inklusive Halbtax-Abo 620 Franken. Arosa gibt es für 800 Franken, Zermatt für über 1000 Franken. Bei solchen Zahlen verstaut mancher Familienernährer die Skiausrüstung im Keller oder sucht nach Alternativen. Diese gibt es, wie Recherchen von «Schweiz am Sonntag» ergeben. Verschiedene Geheimtipps für Wintersport zum kleineren Budget warten darauf, entdeckt zu werden. Skitage mit Kind und Kegel für unter 100 Franken sind möglich, etwa in Amden oder auf der Axalp. Sechs Beispiele von günstigen Skiorten finden Sie in der gedruckten Ausgabe.

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